Weltweit werden rund 25% aller verfügbaren Nahrungsmittel verschwendet (Schneider 2008). In Deutschland werden rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen, mehr als sechs Milliarden Plastiktüten verbraucht und ein Smartphone ist durchschnittlich nur noch zwei Jahre in Benutzung, bevor es als Elektroschrott aussortiert wird. Hinzu kommt eine sich widersprechende Konsummoral, wie Billigmentalität und Qualitätsdenken, wobei Letzteres in der Realität oft nicht umgesetzt wird (Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW und KVF NRW). Angesichts solcher Entwicklungen wird die Bedeutung des Themas „nachhaltiger Konsum“ besonders deutlich. „Nachhaltig“ bezieht sich in diesem Projektbaustein vor allem auf zwei der drei Säulen von Nachhaltigkeit: die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit.

Fakten und Forschungsergebnisse zeigen, dass das Handeln im Sinne des nachhaltigen Konsums schon für erwachsene Konsumenten ein komplexes Thema ist, das umfangreiche Kompetenzen und Strategien erfordert (Farr-Wharton, Foth, und Choi 2014; Fuentes 2014). Obwohl bspw. 30% der britischen Konsumenten angeben sehr besorgt um umweltbezogene Probleme zu sein, schaffen es nur wenige, entsprechende Handlungen aus dieser Besorgnis heraus zu tätigen. Für diesen sogenannten „Attitude-Behaviour-Gap“ gibt es viele Einflussfaktoren, wie Einkaufserfahrung, Wissen um umweltbezogene Problemfelder oder die „grünen Wertvorstellungen (Young et al. 2010).

Wenn also Handeln im Sinne des nachhaltigen Konsums schon für Erwachsene derart schwer ist, wie können Kinder dann im Sinne des nachhaltigen Konsums handeln und handeln lernen? Wie kann durch entsprechende Erziehung bzw. Kompetenzvermittlung die Attitude-Behaviour-Gap geschlossen werden?

Um diese Frage zu beantworten, ist das Teilprojekt in verschiedene Forschungsfragen und die dazugehörigen Einzelexperimente gegliedert. Der Fokus liegt insbesondere auf:

  • Wie nachhaltig verhalten sich Kinder unterschiedlicher Altersstufen in ihrem Konsumverhalten?
  • Wie nachhaltig können sie sich überhaupt verhalten?
  • Welche Faktoren nehmen auf das Umweltbewusstsein von Kindern Einfluss?
  • Wie tragen Eltern, Lehrer und Peers zur Änderung des Verhaltens bei?

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser

Dr. Michael Schuhen

 

Mitarbeiter*innen:

Minou Askari

Susanne Schürkmann

 

Veröffentlichungen:

Schuhen, Michael/ Meyer, Nadine/ Mau, Gunnar (2017): Einkaufen. Das wünsche ich mir, das brauche ich, das kaufe ich. Stuttgart.

Mau, Gunnar/ Schuhen, Michael/ Steinmann, Sascha/ Schramm-Klein, Hanna (2016),“How children make purchase decisions: behaviour of the cued processors“, Young Consumers, Vol. 17 Iss 2 pp. 111 – 126 DOI: http://dx.doi.org/10.1108/YC-10-2015-00563